Bei der Domainvalidierung (DV) prüft die Zertifizierungsstelle (CA), ob der Antragsteller tatsächlich die Kontrolle über die Domain hat, für die das Zertifikat ausgestellt werden soll. Geprüft wird ausschließlich die Domain — nicht der Antragsteller, nicht das Unternehmen dahinter. Auf diesem Verfahren basieren alle DV-Zertifikate.
Der Ablauf ist standardisiert und folgt den Vorgaben des CA/Browser-Forums (Baseline Requirements). Die CA bietet dem Antragsteller dafür drei zugelassene Verfahren zur Auswahl an:
admin@, administrator@, webmaster@, hostmaster@ und postmaster@. Ein Klick auf den Link bestätigt die Kontrolle. Frühere Verfahren über die WHOIS-Kontaktadresse sind seit 2022 nicht mehr zulässig.http://meine-domain.de/.well-known/pki-validation/<dateiname>.txt abgelegt wird. Die CA ruft die Datei automatisiert ab und vergleicht den Inhalt.Sobald eines der Verfahren erfolgreich abgeschlossen ist, gilt der sogenannte Domain Control als bestätigt. Die CA stellt das Zertifikat in der Regel innerhalb weniger Minuten aus und verschickt es per E-Mail oder stellt es im Kundenkonto zur Verfügung.
Wichtig zu wissen — die Validierung hat klare Grenzen:
Eine Besonderheit gilt für Wildcard-Zertifikate wie *.meine-domain.de: Hier ist die DNS-Validierung verpflichtend, weil über einen TXT-Record im Hauptdomain-Namespace die Kontrolle über alle Subdomains nachgewiesen wird. E-Mail- oder HTTP-Validierung sind in diesem Fall nicht zulässig.
Bei einer Verlängerung läuft der Validierungsprozess identisch ab. Die CA darf eine frühere Validierung nur dann wiederverwenden, wenn sie innerhalb des erlaubten Zeitfensters liegt — andernfalls wird der Nachweis erneut angefordert.